Wer beruflich schreibt, kennt den Kampf gegen das Weiße Blatt. Man wünscht sich, innere und äußere Hindernisse einfach aus dem Weg räumen zu können, damit unser Gedanken zielsicher den Weg aus dem Kopf aufs Blatt finden.

Auf dem Weg zu der Optimierung unseres kreativen Schreibflusses befassen ist das Ziel, dass wir erreichen wollen, der erste Schritt. Denn ohne Ziel kein Weg.

Ja, natürlich kenne ich auch den Satz „Der Weg ist das Ziel“, aber das heißt ja nicht, dass man sich ziellos auf den Weg machen soll.

Je klarer Sie wissen, wo die Reise hingehen soll, umso besser können Sie planen. Umso besser sie vorbereitet sind, umso besser können Sie sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

Foto: Barbara Stromberg

Wie lässt sich also das Ziel der kreativen Arbeit definieren, die Wegpunkte festlegen und wie bewegt man sich schließlich ohne Umweg dorthin?

Was soll das Ergebnis sein?

Kein Künstler, kein Architekt, kein Autor beginnt mit dem ersten Arbeitsschritt ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie das Ergebnis aussehen soll. Ob die Vorstellung bereits so konkret ist, dass das fertige Endergebnis visualisiert ist oder ob zunächst ein Zwischenergebnis ins Auge gefasst wird, ist meines Erachtens zum einen natürlich eine Frage der Erfahrung und Professionalität, zum anderen eine Typfrage.

Ob einzelner Text oder großes Textpaket, ob kurzes Memo oder die Firmendarstellung im Internet: Richten Sie Ihren Augenmerk zunächst auf das finale Ziel.

Welche Wirkung soll der Text oder die Texte haben haben?

Ein Beispiel: Sie haben ein neues Produkt entwickelt und möchten, dass die Presse darüber berichtet, damit möglichst viele Menschen davon erfahren. Das finale Ziel ist also die Presseveröffentlichung.

(Möglicherweise ist diese Presseveröffentlichungen auch ein Teilziel Ihrer eigentlichen Intention, nämlich mehr Umsatz durch mehr Verkäufe durch mehr Kunden durch mehr Bekanntheit, aber nehmen wir einmal an, dass sie diese Gedankengänge bereits abgeschlossen haben.)

Oder am konkreten Beispiel:

Sehr übersichtlich diese Grafik, nicht wahr?
Leider auch wenig zielführend, denn bisher wurde noch kein Gedanke darauf verwendet, WIE das Ziel erreicht werden soll.

Immerhin: Wir wissen wo die Reise losgeht und wo sie enden soll. Wie wir an das Ziel kommen, wissen wir aber noch nicht.

Legen wir also eine Route fest, also die Wegpunkte oder Zwischenziele, die uns befähigen das Ziel zu erreichen.

Um herauszufinden, welche Zwischenschritte notwendig sind, kann es helfen, ausgehend vom Ziel sich immer wieder dieselbe Frage zu stellen: „Und wie erreiche ich das?“

In unserem konkreten Beispiel, Sie wollen erreichen dass die Presse über Ihr neues Produkt schreibt, fragen wir uns also zunächst: “Wie erreiche ich, dass die Presse über das Produkt schreibt?“

Die Antwort ist der letzte Wegpunkt vor dem Ziel:
Indem ich erreiche, dass der Journalist über das Produkt schreiben will.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich ihn dazu bringe, dass er seine Leser über das Produkt informieren möchte.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich ihm aufzeigen, dass das Produkt für seinen Leser relevant ist.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich den Fokus auf den Nutzwert/die Innovation/etwas anderes von Nachrichtenwert liege.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich mich auf die für die Leser relevanten Fakten und nicht auf Werbeversprechen konzentriere.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich mir zunächst klar mache, was für den Leser wichtig ist.

Und wie erreiche ich das?
Indem ich mir genau ansehe, welche Probleme des Lesers das Produkt lösen kann.
[…]

Mit dieser Methode lassen sich die Wegpunkte vom Ziel ausgehend zurückverfolgen bis zu einem möglichen Startpunkt.

Startpunkt muss übrigens nicht immer das Produkt sein. Im Grunde können Sie Ihre Überlegungen auch beginnen beim Thema, das in den Fokus gestellt werden soll, der Zielgruppe, die Sie erreichen wollen, oder dem Medium, in dem Sie veröffentlichen möchten.

Wir wissen nun also, auf welchem Weg wir zum Ziel kommen. Voraussichtlich. Denn eventuell treffen wir auf der Reise auf Hürden oder Umleitungen.

Darauf sollten wir uns vorbereiten und überlegen welche Ausrüstung wir brauchen, um auf unserem Weg zum Ziel gut voranzukommen.