Karriere als Autor

Autorin: Barbara Stromberg

Ich dachte, ich hätte die ultimative Mitbewerberin gefunden. Schicke Website. Klare Angebote. Souveräner Auftritt. Alles wirkte durchdachter als bei mir. Sauber!

Endlich jemand, der an der gleichen Stelle steht. Eine, die um dieselben Kunden buhlt.

Dann schrieb sie auf Linkedin: „Hab jetzt eine Teilzeitstelle angenommen.“

Huch. Leider ohne weitere Erklärung über das warum und weshalb.

Der Vergleich, der keiner war

Mein erster Gedanke: Ich hatte mich mit einer Illusion verglichen. Mit einer Website, ein paar Posts, einem Eindruck. Ich wusste nichts über ihre Auftragslage. Nichts über ihre Finanzen. Nichts darüber, wie sich das für sie anfühlte.

Ich hatte mir eine Konkurrentin gebaut, die es so vielleicht nie gab.

Oder ist es vielleicht ganz anders?

Eigentlich weiß ich genauso viel wie vorher. Nämlich fast nichts.

Ich weiß nicht mal, warum sie den Teilzeitjob angenommen hat. Weil ihr Business nicht mehr lief? Wenn ja, warum? Weil sie einfach Lust hat, zweimal die Woche etwas ganz anderes zu machen? Weil sie mehr Sicherheit wollte (Stichwort Aktivrente)? Weil sie es kann?

Keine Ahnung.

Sehr unbefriedigend.

Warum man das Vergleichen trotzdem macht

Man weiß eigentlich, dass man nur die Außenseite sieht. Die Website. Die Ankündigungen. Die Fotos vom letzten Workshop. Was dahinter passiert, keine Ahnung. Man sitzt niemandem auf dem Schoß.

Trotzdem vergleicht man.

Vielleicht weil Vergleichen schneller geht als Innehalten.
Vielleicht auch, weil der Zweifel an sich selbst schon da war und der Vergleich nur den Beweis liefert, dass andere besser, schöner, geschickter sind.

Was bleibt

Eine Frage: Nutzt es überhaupt was, sich an anderen zu messen?

An Menschen, über die man so gut wie nichts weiß? Deren Situation man nicht kennt? Deren Entscheidungen man nicht versteht?

Meine Antworten: Ja, tut es, wenn es einem zeigt, dass es andere gibt, die in gleicher Mission unterwegs sind.