Alljährlich ruft der Texttreff zum Blogwichteln auf. Per Los werden Gastautorinnen für die teilnehmenden Blogs der wortstarken Frauen ausgelost.
Und was soll ich sagen? Das Glück war mir hold und hat mir die grandiose, unvergleichliche und absolute Lieblings-Christa Goede zugewürfelt!

Kompetent und fachlich fit als Texterin, Konzeptionieren und sozialer Mensch ist sie natürlich auch. Aber das merkst du ja selbst, wenn du gleich ihren Gastbeitrag lesen wirst. Los geht’s!

von Christa Goede

„Wie lautet eigentlich dein USP?“ Diese Frage hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon vielen Einzelselbstständigen schlaflose Nächte bereitet. Denn dieses ominöse Alleinstellungsmerkmal versteckt sich ziemlich gut und muss in den meisten Fällen regelrecht hervorgezerrt werden. Doch warum solltest du dir darüber den Kopf zerbrechen, wenn die Geschäfte ganz gut laufen? Warum also Zeit investieren in etwas, was du gar nicht brauchst?

Christa Goede

Fotografin: Rebecca Hammer, http://beckstage.biz

​Ich rate dir: Mach es trotzdem, geh auf die Suche nach deinem USP. Denn dein Alleinstellungsmerkmal ist direkt mit deiner Personenmarke verbunden. Und diese Personenmarke ist wichtig für deinen nachhaltigen Erfolg.

Was dein Angebot mit deinem Charakter zu tun hat

Bei deiner Suche nach deinem USP solltest du vor allem über dich selbst nachdenken – und dir darüber bewusst werden, dass du der größte Schatz bist, denn du besitzt. Denn du hast ganz bestimmte Charaktereigenschaften, die für dich und deine Personenmarke stehen:

  • Bist du zum Beispiel immer pünktlich – bei Terminen vor Ort genau so wie bei Abgabefristen? Prima, hier hast du deinen ersten USP. Denn beileibe nicht jeder Einzelselbstständige nimmt es mit den Terminen so genau wie du.
  • Kannst du deinen Auftraggeberinnen und Kunden ganz besonders gut erklären, was du für sie leistest? Und welchen Nutzen deren Kundschaft von deinen Angeboten hat? Zack, da ist das nächste Alleinstellungsmerkmal, denn auch das können nicht alle Menschen.
  • Oder denkst du bei der Lösung von Problemen für deine Kunden stets weit über den Tellerrand hinaus? Und erkennst mögliche neue Chancen für deine Kunden und deren Angebote? Jippieh, schon hast du den nächsten USP hervorgeholt.

Es gibt bestimmt viele Menschen, die ähnliche Charaktereigenschaften haben, klar. Aber wie viele gibt es, die ein ähnliches Angebot wie du haben – und dazu noch über genau diese drei Eigenschaften verfügen? Genau, da wird es schon einsamer um dich herum 😉

Authentizität als Teil jeder Personenmarke

Nun könntest du es dir einfach machen und denken: „Hey, dann bin ich einfach, wie ich bin, und schon bin ich eine Personenmarke mit vielen USPs!“ Doch so einfach ist es leider nicht. Denn dieses Echtsein ist eine hoch komplizierte Sache: Zum Beispiel ist Authentizität nicht vollautomatisch positiv – dazu gibt es auf dieser Welt viel zu viele durch und durch authentische Arschlöcher, dir fallen bestimmt sofort ein paar Namen ein.

Auch kommt deine authentische Persönlichkeit nicht unbedingt positiv bei allen Menschen an, denn dieses Echtsein wirkt oft auch polarisierend. Doch authentisch zu sein und zu handeln bedeutet auch, Ecken und Kanten zuzulassen. Und sich eben nicht hinter einer Teflonschicht zu präsentieren, an der alles abprallt.

Am besten denkst du also genau darüber nach, welche deiner authentischen Merkmale echten Nutzen für deine Kundinnen und Auftraggeber bringen könnten. Ist es dein Mut, Dinge offen und transparent anzusprechen? Oder bist du diplomatisch und kannst Dinge zur Zufriedenheit aller lösen? Hast du viele kreative Ideen, die andere vorwärtsbringen? Oder ist die Akribie das, wofür du bekannt bist? Wichtig für deine Suche sind auch Fragen, die deine eigene Arbeit betreffen: Was ist dir wichtig – bei dir und bei anderen? Was geht dir leicht von der Hand?

Übrigens: Authentizität hat klare Grenzen. Deine Kundinnen und Auftraggeber interessiert es nicht, dass du jeden Morgen schlechte Laune hast und vor der dritten Tasse Kaffee keinen klaren Satz hervorbringst. Diesen Teil darfst du also ruhig verstecken ;o)

Raus an die frische Luft mit dir!

Dann ist da noch die wichtigste Frage: Wie sollen deinen Kundinnen und Auftraggeber merken, dass du eine authentische Personenmarke bist mit eigenen, unverwechselbaren USPs? Du musst dir also überlegen, wie du das alles raus an die frische Luft bringst. Dazu hast du wie jeder Einzelselbstständige bestimmte Plattformen:

  • Deine Website: Passt deine Website zu dir und deiner Marken-Persönlichkeit? Findet sich dein USP sowohl in deinen Angebotsseiten als auch in deiner Selbstdarstellung? Natürlich gilt das, was für die Website gilt, auch für alle Broschüren, Flyer, Pressemitteilungen etc.
  • In Social Media: Im Idealfall entspricht deine Selbstdarstellung in den Sozialen Netzwerken deiner echten Persönlichkeit. Wenn nicht, solltest du hier schnell aktiv werden und deine Selbstdarstellung vereinheitlichen. Schreibe deine Postings aber passend zum Stil des jeweiligen Netzwerks– auf den Businesskanälen geht es schließlich formeller zu als beispielsweise auf Instagram oder Twitter.
  • Im persönlichen Kontakt: Zeige deine USPs bei jedem einzelnen Kontakt. Ihr seid für eine Telefonkonferenz verabredet? Natürlich bist du pünktlich. Und du erklärst deine Arbeit stets auf superhohem Niveau und bist sehr geduldig. Und deine Kundinnen und Auftraggeber wissen ganz genau, dass du immer das große Ganze im Blick hast und sie auf Optimierungspotenziale aufmerksam machst.

Die Optik – das sprichwörtliche i-Tüpfelchen

Könnerinnen und Könner nutzen darüber hinaus noch optische Merkmale, um ihre authentische Personenmarke zu unterstreichen. Ich zum Beispiel liebe schon mein ganzes Leben lang dunkle Rottöne. Und so ist meine Lieblingsfarbe überall zu finden: auf meinem Kopf genau so wie in meiner Kleidung, auf meiner Website oder auch auf meiner Visitenkarte.

Wenn ich mich mit Auftraggeberinnen und Kunden treffe, trage ich als lockere und doch äußerst zuverlässige Dienstleisterin immer lockere Kleidung wie Jeans, Turnschuhe oder auch dunkelrote Blümchenstiefel. Außerdem pflege ich sowohl im persönlichen Gespräch als auch in meinen Texten einen direkten Sprachstil – einen, den du auch in diesem Blogbeitrag wiederfindest ;o)

Und? Wie lauten deine USPs? Welche Farbe(n) hat deine Personenmarke? Und welchen Teil deiner Authentizität bringt deine Kundinnen und Auftraggeber wirklich voran? Wenn du diesen Beitrag in Social Media teilst, versehe ihn doch einfach mit drei Hashtags, die perfekt zu dir und deinen Angeboten passen. Ich bin gespannt!

ein wundervolles Gimmick folgt... dranbleiben...